Requiem for the Unknown
16.10.2011, 19.00 im Prinzregententheater München

Sebastian Klinger - Cello
Ramón Ortega Quero - Oboe
Kammerchor München
Leitung: Philipp Amelung

Süddeutsche Zeitung, 13.10.2011

Den unbekannten Toten
Der Kammerchor München gab ein Werk zum Gedenken an den 11. September in Auftrag - Uraufführung am Sonntag

München - Vielleicht ist es etwas verwunderlich, dass ein Dirigent und Chorleiter, der in Deutschland lebt und arbeitet, der seine musikalische Laufbahn schon sehr früh, nämlich mit acht Jahren beim Tölzer Knabenchor begann, auf die Idee kommt, ein Gedenkkonzert zu den Anschlägen des 11. Septembers 2001 in New York zu geben. Aber Philipp Amelung war dort. Nicht damals, als die Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers rasten, sondern vor drei Jahren. Er stand am Ground Zero und die Eindrücke des Ortes brachten ihn dazu, darüber nachzudenken, dass man die Anschläge irgendwie musikalisch aufarbeiten müsse. 'Mir war schon relativ früh klar, dass zum Anlass des zehnten Jahrestages der Anschläge die Musik auch ihren Beitrag leisten muss.' Also kam er schon vor eineinhalb auf die Idee, ein Auftragswerk zu bestellen. Aufgeführt wird nun 'Requiem for the Unknown' zwar nicht exakt am Jahrestag, aber doch in dessen Nähe, am 16.Oktober um 19 Uhr im Prinzregententheater vom Kammerchor München, den Amelung, gerade zum Universitätsmusikdirektor in Tübingen berufen, seit 2007 leitet.

Den Komponisten für das Werk hatte er gleich: Randall Svane, geboren 1955 in Pittsburgh. Svane, Organist, Dirigent, Lehrer und natürlich Komponist, hat bereits zahlreiche Werke für Chor geschrieben - seine Messe feierte ihre europäische Premiere im Salzburger Dom 2008. Er und Amelung kennen sich schon lange. Als textliche Grundlage wählte Svane Stellen aus der Bibel und Passagen englischer Gedichte. 'In dem Moment, in dem ich weiß, ich habe die richtigen Gedichte für mich gefunden, kommt die Musik von ganz allein.' Eine Musik, deren Klanglichkeit Sebastian Klinger fasziniert. Er ist Solocellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und übernimmt mit seinem Orchesterkollegen, dem Solooboisten Ramón Ortega Quero, den instrumentalen Soloparts des Requiems. Für Ortega Quero ist es ein Stück, nach dessen Hören 'deine Seele ruhig wird'. Ein schmerzlich schönes Stück, doch auch voller Hoffnung.

Als Svane die Musik komponierte, war er verblüfft, wie ihn die Arbeit daran berührte, 'und die Ereignisse vom 11. September waren auf einmal wieder gegenwärtig'. Svane saß damals in seinem New Yorker Arbeitszimmer, blickte aus dem Fenster - und sah die Flugzeuge in die Türme rasen. 'Ich denke, dass ich so nahe an den Ereignissen dran war, gibt dem Werk eine Kraft und Authentizität, die das Publikum hoffentlich spüren wird.'

Der amerikanische Generalkonsul Conrad R. Tribble hat die Schirmherrschaft übernommen, der Bayerische Rundfunk wird das Konzert mitschneiden, einen Sendetermin auf Deutschlandradio gibt es auch schon. Tribble: 'Man macht Musik, um gewisse Dinge auszudrücken, die man nicht mit Worten ausdrücken kann. Gefühle, die Musik hervorbringen kann, kann man sonst nicht erzeugen.' Neben aller analytischen Aufarbeitung des 11. Septembers ist es Tribble wichtig, sich auch emotional mit den Ereignissen zu beschäftigen. Am Sonntag ist dazu Gelegenheit.

Egbert Tholl

 

BadBlog der nmz, 23.10.2011

Komponieren sollen aber nicht unbedingt müssen

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Diese Woche war ein amerikanischer Komponist bei uns an der Hochschule zu Gast, der auch ein Stück zum 11. September geschrieben hat: Randall Svane. Dieses Stück wurde am 16. Oktober im Münchener Prinzregententheater uraufgeführt, mit dem hervorragenden Kammerchor München unter der Leitung des ebenso hervorragenden Philipp Amelung, zusammen mit namhaften Solisten, Sebastian Klinger und Ramón Ortega Quero.

Moritz Eggert

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Immer wieder sonntags? (20.11.11)
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Requiem for the Unknown (16.10.11)
Anlässlich des 10. Jahrestages der Anschläge vom 11. September brachten wir Randall Svanes Auftragskomposition "Requiem for the Unknown" zur Uraufführung im Münchner Prinzregententheater. Mit der Unterstützung von den kongenialen Instrumentalisten Sebastian Klinger (Cello) und Ramón Ortega Quero (Oboe). Ein schmerzlich schönes Stück, doch auch voller Hoffnung. (SZ) Presse

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Mozart in Ebenhausen (29.06.08)
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Orff on the dancefloor (12.10.07)
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Mozarts Zeitgenossen auf CD (Herbst 06)
In Zusammenarbeit mit der Neuen Hofkapelle München ist bei ORF Edition Alte Musik die CD "Mozarts Gedaechtnis Feyer" erschienen. Mehr...